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Notwendiger Wandel

Eröffnungs- und Schlussplenum beim Gemeindeentwicklungskongress
 

 
Zentrale Themen des Prozesses "Notwendiger Wandel" wurden in den beiden Plena thematisiert:

Eröffnungsplenum: Die Botschaft des Kongresses
Oberkirchenrätin Ilse Junkermann, Stuttgart

Schlussplenum: Gemeindeentwicklung – wohin?
Prof. Albrecht Grözinger, Basel



Bunte Kirche beim GEKo 2003
Bunte Kirche beim GEKo 2003

Auszüge aus den Vorträgen in den Plena

Eröffnungsplenum: Die Botschaft des Kongresses
Oberkirchenrätin Ilse Junkermann

1) Der Leib ...
.... und die Glieder: "Wir sind Glieder Christi, wir sind Glieder am Leib Christi." Das ist die Grundbotschaft des Prozesses Notwendiger Wandel seit fast acht Jahren. Das Bild vom Leib, dessen Haupt Christus ist, das Bild vom Leib mit dem Haupt Christus und den vielen verschiedenen Gliedern, das soll leitendes Bild für Kirche und Gemeinde werden - in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen. Diese Veränderungen wirken auch in der Kirche: aus der ehemals obrigkeitlich orientierten Staatskirche soll eine Volkskirche, ja, eine Beteiligungskirche werden, in der alle wichtig sind; oder noch präziser: in der alle Verschiedenen wichtig sind.
Im Logo für diesen Kongress finden Sie dies wieder: es zeigt eine Kirche mit einem roten Dach, mit einem orangen Baustein, einem blauen Rundbogen usw.– so stehen die verschiedenen Formen und Farben für die Verschiedenen in der Kirche: Verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Gaben und Aufgaben. Oder mit den Worten des Liedes aus Schweden: aus dem einen Licht Christi brechen viele verschiedenfarbige Strahlen hervor!

So gilt das leitende Bild vom Leib Christi für die Kirchengemeinden vor Ort mit allen ihren Gliedern und Formationen; es gilt auch für die Gemeinschaft der Kirchengemeinden im Kirchenbezirk; es gilt auch für die Gemeinschaft zwischen Parochialgemeinden und Gemeinden auf Zeit (z. B. im Krankenhaus, beim zentralen Friedensgottesdienst, im Hauskreis usw.); es gilt auch für die Gemeinschaft innerhalb der ganzen Landeskirche, ja, auch innerhalb der weltweiten Ökumene. Überall dort gilt für die Gemeinschaft der Verschiedenen: "unser Licht heißt Christus...., und wir sind eins durch ihn". Die Botschaft, die der Kongress weiter geben will, lautet: freut Euch an Eurer Verschiedenheit und Vielgestaltigkeit, an dem, was gerade Ihr besonders gut könnt oder das, wofür Eure Kräfte gerade reichen oder das, was Euch gerade begeistert. In Eurer Verschiedenheit spiegelt sich Gottes Freude am jeweils Einzigartigen und deshalb auch an den Verschiedenen wieder – wie wir es schon in seiner Schöpfung erkennen können. (...)



Schlussplenum: Gemeindeentwicklung – wohin?
Prof. Albrecht Grözinger stellt auf dem Gemeindeentwicklungskongress Zukunftsleitlinien vor

Der Platz der Christen in der deutschen Gesellschaft hat sich verändert. Dies konstatierte der Basler Theologieprofessor Albrecht Grözinger bei seinem Hauptreferat auf dem Gemein-deentwicklungskongress in Böblingen am 8. Februar 2003 in der Böblinger Sporthalle. "Wir werden lernen müssen", so Grözinger, "den Raum zu teilen, und zwar den Raum, den das Christentum über Jahrhunderte hinweg beinahe für sich allein beanspruchen konnte. Die Kinder in der Schule teilen die Schulplätze mit muslimischen und religionslosen Kindern. Neben unseren Kirchen kommen zunehmend auch Moscheen zu stehen". Dabei sei dieses Raum-Teilen nicht als Verlust zu betrachten, so Grözinger, sondern eher als Freiheitsge-winn: "Insofern ist eine religiös und weltanschaulich pluralistische Gesellschaft für das Christentum gerade kein feindliches Umfeld, sondern der Freiheitsraum, in dem die biblische Botschaft ohne äussere Zwänge laut werden kann."

Grözinger forderte die Kirche dazu auf, mehr Profil zu zeigen: "auf gleicher Augenhöhe, in gleicher Würde, mit Respekt," so sehe für ihn Toleranz gegenüber den anderen Religionen und Weltanschauungen aus. "Die Kirche", so Grözinger, "gewinnt ihre Erkennbarkeit in der pluralistischen Gesellschaft dadurch, dass sie von Gott redet".
(...)

Er schließt mit folgendem Fazit: "Kirche mit Zukunft – das ist für mich eine Kirche, die den Pluralismus unserer Gegenwart nicht nur zähneknirschend hinnimmt, sondern eine Kirche, die die Gestaltung und Stärkung dieses Pluralismus als ihre ureigene Aufgabe versteht. Kir-che stärkt diesen Pluralismus darin, daß sie ihn mit ihren eigenen Bildern, Symbolen und Geschichten anreichert. Sie wird dann die Erfahrung machen, daß sie auf dem Markt der religiösen und weltanschaulichen Angebote nicht irgendwelche Ladenhüter anpreist, sondern daß sie ein hochattraktives Angebot hat. Die Kirche wird ihre Zukunft jedoch nur dann ge-winnen, wenn sie diese Zukunft aus ihrer Mitte heraus zu gestalten versucht. Diese Mitte sind die biblischen Gottes- und Lebensgeschichten, die es weiter zu erzählen gilt. 'Evangelisch - aus gutem Grund' – sagt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. 'Reformiert - aus gutem Grund' werden die Menschen dann sagen, wenn sie in der Begegnung mit unserer Kirche so viel wie möglich von diesem 'guten Grund' erfahren: dem Gott, der sich in die menschlichen Lebensgeschichten verstrickt – uns allen zugute".

notwendiger-wandel@elk-wue.de





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Vortrag OKRin Ilse Junkermann Eröffnungsplenum GEKo 2003
Vortrag Prof. Grözinger Abschlussplenum GEKo 2003


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